Westerburg als Standort für Medizin und Fortbildung – Impulse für Wirtschaft – Lindner plant Kongresszentrum am Wiesensee
Eine Signalwirkung für Wirtschaft und Wissenschaft verprechen sich Initiatoren und Politiker vom Projekt „MediCastle”, das in Westerburg vorgestellt wurde.
WESTERBURG. Im Rahmen einer Präsentation wurde auf Schloss Westerburg durch den Zahnmediziner Dr. Diether Reusch das Konzept für „ MediCastle” vor Gästen aus Medizin, Politik und Medien vorgestellt. Von dem Projekt werden neue wissenschaftliche und für die Region wirtschaftliche Impulse ausgehen. Mit 15 bis 20 neuen Arbeitsplätzen ist zunächst zu rechnen. Im Juni 2006 soll „MediCastle” starten
Es wird ein Zentrum für hochwertigste Cephalomedizin, sprich Medizin, die sich mit allem beschäftigt, was mit dem Kopf zu tun hat, und ein Hochleistungszentrum für Fortbildung unter der Bezeichnung „Medudent”, „Med” für „Medizin” und „edu” für „Education”. Die Fortbildungstätigkeit beruht auf einer hoch stehenden Medizin. Ein hochwertiges Kompetenz-Team wird auf dem Schloss Patienten behandeln. Darauf aufbauend werden Seminare für die ganze Welt ausgerichtet. Für das Projekt gewonnen werden konnten etwa Fachärzte wie Professor Weibrich als Facharzt für Zahn-, Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie. Behandlungen durchführen werden auch ein Top-Chirurg, ein Anästhesist, gleichzeitig Spezialist für Schmerztherapie, ein Facharzt für Laser-Medizin, ein Facharzt für Kieferorthopädie, ein Psychosomatiker, ein Physiotherapeut und natürlich auch die Praxis Dr. Reusch. Vier Firmen sind be&reits feste Partner von „MediCastle”:
„Nobel Biocare”, der weltgrößte, seit 35 Jahren auf wissenschaftlicher Basis operierende Implantathersteller. Für „Nobel Biocare” soll „MediCastle” Weltkompetenz-, Mentoren- und Weltausbildungszentrum für Fachärzte für Implantologie und für Zahntechniker werden.
„Dampsoft”, der zweitgrößte Softwarelieferant für Zahnmedizin und Medizin und seit Jahren derjenige mit den höchsten Zuwachsraten.
Firma „Ivoclar Vivadent”, in 52 Ländern vertreten.
Der Quintessenz-Verlag als weltweit größter medizinischer Fachverlag
„MediCastle” wird mit der Uni Greifswald und der Steinbeis-Universität in Berlin zusammenarbeiten, das heißt es werden eine Vielzahl an Curricula , die zu einer Ausweisung eines Schwerpunktes in der Zahnmedizin führen, aber auch Masterkurse abgehalten, die mit einem akademischen Grad enden. Auch in der Zusammenarbeit bei der Forschung wird „MediCastle” tätig. Nicht nur medizinspezifische Seminare wird es geben, auch der Umbruch in der Zahnmedizin und Zahntechnik wird begleitet.
Einzelpraxis ohne Zukunft
„Momentan haben wir die tiefste Depression, die in der Zahnmedizin und Zahntechnik je vorhanden war”, erläuterte Dr. Diether Reusch: „Zahnärzte und Zahntechniker verstehen, dass sich die Struktur in der Zukunft vollkommen verändern wird. Für Zahnärzte heißt dies - die Einzelpraxis hat keine Zukunft mehr. Die Zukunft liegt in hoch spezialisierter Teamarbeit, in Kompetenzzentren und in Netzwerken. Wir planen auch hier mit kompetenten Management-Trainern Überlebenshilfe zu geben.”
Im Rittersaal sollen regelmäßig Vortragsabende stattfinden. Der Vorplatz vom Schloss Westerburg wird so ausgebaut, dass vor dem Turm eine Bühne entsteht, so dass 300 bis 400 Personen kulturelle Veranstaltungen erleben können. Der Lustgarten hinter dem Schloss soll zur Stätte der Begegnung werden. Vor dem Weinkeller wird sich ein Wintergarten im englischen Stil anschließen, der als Ort hochwertiger Gastronomie, nicht nur den Teilnehmern sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich sein wird.
„MediCastle“, so ist sich Initiator Reusch sicher, wird auch andere Projekte in diesem Bereich vorantreiben. „Wir bedürfen weiterer Projekte, da wir in Zukunft viele Gäste aus dem In- und Ausland in Westerburg beherbergen werden”, so der Zahnmediziner. Hier soll ein enger geschäftlicher Kontakt mit dem Lindner-Hotel am Wiesensee intensiviert werden. Direktor Siegfried Wenzelmann informierte, dass am Wiesensee ein Kongresszentrum für 250 Menschen geplant ist.
Auch das Bettenhaus soll von 103 auf 135 Betten erweitert, der Wellness-Bereich um ein Dreifaches vergrößert werden. 25 bis 30 neue Mitarbeiter werden nach dem Umbau benötigt. Dr. Diether Reusch dankte Landrat Peter Paul Weinert und Dr. Stefan Krempel für die unermüdliche Unterstützung beim Genehmigungsverfahren für den Bau von „MediCastle”. Ein ausdrückliches Dankeschön ging an Stadtbürgermeister Helmut Schönberger, der sich mit einem unglaublichen Einsatz für dieses Projekt eingesetzt habe. „Er ist Tag und Nacht für uns vorhanden. Westerburg kann stolz auf solch einen Bürgermeister sein”, sagte Reusch. Landrat Peter Paul Weinert bedankte sich bei dem Ehepaar Reusch für die gezeigte Geduld in der Zusammenarbeit mit den Behörden und die Intensität wie sie dieses Projekt betrieben haben. „Hier wird ein Stück für die Zukunftsentwicklung des Landes getan”, lobte Weinert. Dieses Projekt stehe als Signal für das ganze Land. Die Zukunft brauche Spitzeneistungen", sagte Dr. Barbara Jörg vom Mainzer Wirtschaftsministerium.
Kleiner Uni-Standort
Das Projekt sei in jeder Facette nur zu begrüßen, unterstrich Heiner Kirchkamp (Stiftung für Gesundheitsinformation), der zugleich die Entwicklung auf dem mediziníschen Markt skizzierte. Das Ehepaar Reusch gehöre zu den Persönlichkeiten, die Stadt und Region nach vorne gebracht hätten, erklärte Stadtbürgermeister Helmut Schönberger. Von ihrem Engagement gehe ein leuchtendes Signal aus. Westerburg werde zu einem kleinen Universitätsstandort mit einem außerordentlich hohen Strukturwert. Moderiert wurde die Veranstaltung im Schloss von Vinzenz Baldus (ServicePeople).
Vier Jahre dauerte es vom ersten Plan bis zur Genehmigung, vier Jahre in denen der passionierte Zahnmediziner manchmal schon aufgeben wollte. „Wenn ich nur Denkmalschutz, Brandschutz und Gesundheitsamt herausgreife, so ist für jeden sofort ersichtlich, dass jede dieser Behörden ganz unterschiedliche Interessen hat, die sich fast nicht miteinander vereinbaren lassen”, verdeutlichte Reusch, der diese Konfliktbewältigung als eine Meisterleistung bezeichnete.
Der eigentliche Initiator von „MediCastle” sei der frühere Westerburger Bürgermeister Theo Neeb als enger Berater des Grafen Konrad gewesen, sagte Reusch. Neeb half dem Grafen damals auf der Suche nach jemandem, der das ehrwürdige Gemäuer einem soliden Zweck zuführen und erhalten sollte. Er fand den Gesuchten in Dr. Diether Reusch.
Die Idee ging um den Globus
Einzigartige Reusch-Fortbildungsreihe reicht bis nach San Francisco
Der Name Reusch steht in Westerburg auch im Gleichklang mit den wegweisenden „Westerburger Kontakten”, das älteste privat geführte Fortbildungsinstitut in Europa und auch eines der am bestangesehenen.
Nationale und Internationale Fachdozenten geben Kurse in Westerburg und auch „Dr. Reusch Fortbildung” ist hier als eigene Marke etabliert. Reusch geht mit einer kompletten Praxis und einem Labor auf Wanderschaft, er gibt Kurse in Tagungszentren oder Hotels, wo Patienten behandelt werden, von der Diagnostik bis zum Einsetzen der festen Rekonstruktion. Die Ausstrahlung des „Westerburger-Kontakte"-Gedankens reicht bis auf die andere Seite des Globus. Top-Referent Bob Lamb, ein weltberühmter Implantologe, transportierte die Reusch-Philosophie bis nach San Francisco und gründete hier ein Fortbildungsinstitut, das exakt nach den Westerburger Prinzipien geführt wird. Im Jahr 2000 übernahm Diether Reusch die Präsidentschaft der „Deutschen Gesellschaft für ästhetische Zahnheilkunde”. Er erhöhte die Anzahl der Mitglieder in fünf Jahren von 250 auf 1500. Heute ist diese Gesellschaft eine anerkannte wissenschaftliche Gesellschaft unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Ehefrau Brigitte schuf vor 25 Jahren ihr eigenes Standbein mit dem „ Synthese Dental Labor”.